Möglichkeiten des Bescheidenen
Stille Bilder und Objekte, die in der Streuung, nicht in der kompositorischen Verdichtung, ihre Wahrheit finden, grüne, blaue, gelbe, schwarze, rote, der Geometrie und der Natur abgeschaute Formen, Punkte, Linien und Flächen, Quadrate, Rechtecke, Dreiecke, Punkte, nicht allzu genaue rechte Winkel, auch kleine Wolkenformen und schließlich der menschlichen Kultur entnommenes Gegenständliches, das dann ein geometrisches Echo in sich trägt, etwa in Form eines Küchentuches, eines Regenrohes und kleine, handgeformte oder als Ready Mades eingebrachte Objekte der Alltagswelt im Modellbauformat, zum Beispiel Mauerstücke, Mülltonnen, Müllsäcke oder Straßenlaternen, beanspruchen künstlerische Autonomie und halten dabei die Betrachter auf Abstand. Wie Intarsien schwimmen sie in grauen, weißen und schwarzen Bildgründen, die bald deckend, bald durchscheinend einen abstrakten Bildort bilden. Eine aufgeschnittene Konservendose trägt Dragutin Banics Befasstsein mit Straßen und Hinterhöfen (engl. backyards) vor. Große Weite und verdichtete Kleinheit treffen in einer stillen Konversation zusammen, nicht um sich zu etwas Größerem zu verabreden, sondern die formalen und inhaltlichen Möglichkeiten des Bescheidenen möglichst weitgehend zu explorieren.
Text von Marietta Franke, Copyright